J.G. Ballard / The Drowned World (1962)

Erster Blogeintrag nach der Apokalypse

In jener Zeit, als sich die Leute noch in mehr oder weniger belanglosen Gesprächen über die Vor- und Nachteile des Klimawandels und die Heißzeit austauschten, dabei immer darauf bedacht, humorvoll und entspannt auf das andere Geschlecht zu wirken, hatte ich mir im Sommer 2018 J.G. Ballard zur Hand genommen. Das ist jetzt auch schon wieder einige Jahrzehnte her.

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Von Ballard kannte ich damals nur eine Short Story, „Memories of the Space Age„, an die ich mich, lethargisch auf dem Bette liegend, nasse Handtücher vor dem Ventilator und überall auf dem Körper verteilt, einen Kreislaufkollaps vorbeugend, erinnerte. In dieser Geschichte, die in einem zukünftigen Florida und auf dem ehemaligen NASA-Gelände spielt, verschwindet die uns bekannte Zeit nach und nach, sodass sich der Raum immer weiter ausbreitet und alles zum Erliegen bringt und quasi einfriert. Die Ursachen für dieses Phänomen bleiben unklar, scheinen jedoch menschengemacht zu sein. Die Protagonisten werden immer phlegmatischer und somit unfähiger aber auch unwillig, sich aus ihrer Situation zu befreien. Die „Entzeitlichung“ und ihre Auswirkungen auf die menschliche Psyche scheinen einen betörenden Zauber auszuüben, wie ihn wohl, so hört man ja immer wieder, auch Drogenkonsumenten kennen.

J.G. Ballards zweiter Roman „The Drowned World“ [dt. Karneval der Alligatoren / Paradiese der Sonne] greift diese Lethargie des Raumes ebenfalls auf und zwar von der ersten bis zur letzten Seite. In einer post-apokalyptischen Zukunft hat die Katastrophe bereits stattgefunden, die Polkappen sind abgeschmolzen, die Kontinente stehen unter Wasser, so auch London, wo der Roman spielt, und wo nur noch die oberen Stockwerke der höchsten Wolkenkratzer aus dem Wasser ragen. Schuld war nicht der Mensch, sondern eine Abfolge an Explosionen auf der Sonne. Die Protagonisten sind Militärs und einige Biologen, die in sinnlos erscheinender Routine die sich verändernde Flora und Fauna in ihrer schleichenden evolutionären Rückentwicklung nach der Katastrophe wissenschaftlich begleiten und die letzten renitenten Anwohner evakuieren sollen.

Nicht nur die Umwelt sondern auch der Restbestand an für heutige Verhältnisse immer noch enorm wirkenden fünf Millionen fortpflanzungsunwillig gewordenen Menschen ist in die Prozesse der Veränderung auf dem Planeten Erde nach der ökologischen Katastrophe eingebunden. Die Zeichen stehen auf Untergang der Spezies Mensch.

Beobachten die Biologen einerseits eine De-Evolution der Flora und Fauna, so können sie auch an sich selbst eine evolutionäre Rückentwicklung in frühere Evolutionsstadien, aus denen sich der Mensch heraus entwickelt hat, entdecken. Das lethargische Einsinken in die Traumwelt des Unbewussten und die damit verbundenen verlangsamten Körperfunktionen mit dem Drang sich nicht in die wenigen noch trockenen Gebiete des Nordens zu retten, sondern geradewegs in die Überschwemmungsgebiete des Südens zu wandern, kündigt eine Transformationsphase der menschlichen Entwicklung an, ein Einhalten wie zu Beginn einer Metamorphose, um sich an die neuen Lebensbedingungen anzupassen. Diese Vermischung wissenschaftlicher, psychologischer Theorien mit denen an LSD-Trips erinnernden (wie man so hört) leuchtstarken Traumwelten, verleihen dem Roman seinen ganz eigenen Reiz.

However, I am convinced that as we move back through geophysical time so we re-enter the amnionic corridor and move back through spinal and archaeopsychic time, recollecting in our unconscious minds the landscapes of each epoch, each with a distinct geological terrain its own flora and fauna, as recognisable to anyone else as they would be to a traveller in a Wellsian time machine. Except that this is no scenic railway, but a total reorientation of the personality.

Bis auf einige wilde Abenteuer mit Plünderern passiert in dem Roman eigentlich nicht viel. Und das ist gut so, denn die Inaktivität spiegelt die von Hitze, Malaria und Antibiotikabehandlung erlahmten Lebenskräfte der Protagonisten wieder, deren Wahrnehmung sich mehr in der betörenden Betrachtung der sie umgebenden untergehenden Welt mit all ihren neu- und fremdartigen Formen und Farben ergeht. Dabei entstehen ganz fantastische surreale Landschaftsbeschreibungen, für die allein sich die Lektüre des Romans schon lohnt. Diese surrealen Landschaften des Unbewussten wirken in ihrer knallig bunten aber zugleich schwermütigen Weise immer originell, was wohl auch an den Elementen eines pseudowissenschaftlichen Science-Fiction-Stils liegt, für den Ballard ebenfalls bekannt geworden ist.

In the early morning light a strange mournful beauty hung over the lagoon; the sombre green-black fronds of the gymnosperms, intruders from the Triassic past, and the half-submerged white-faced buildings of the 20th century still reflected in the dark mirror of the water, the two interlocking worlds apparently suspended at some junction in time, the illusion momentarily broken when a giant water-spider cleft the oily surface a hundred yards away.

Hier muss man sich wirklich jedes einzelne Wort zu Gemüte führen, um den beschwörenden Charakter der Sprache voll und ganz auf sich und die eigene Vorstellungskraft wirken zu lassen. Erst dann entstehen in der eigenen Imagination ganz einzigartige Welten, die man so schnell oder wahrscheinlich nie wieder vergessen wird. Das Bild der „giant water-spider“ zum Beispiel, die die „oily surface“ „cleft“ (herrliches Wort, von to cleave = spalten abgeleitet), hat sich mir komplett eingebrannt und immer wenn ich an dieses Buch denke, erscheint mir sofort diese Wasserspinne vor dem inneren Auge, die das stille Wasser wie ein Stück Holz spaltet.

Im Roman wird stellenweise auf die Surrealisten wie Dali oder Ernst Bezug genommen, aber wie schon gesagt, denke ich, dass Ballard diese nur als Ausgangspunkt zur Erschließung seiner eigenen Traum- und Innenwelten genutzt hat. Und das unterscheidet diesen Roman ganz klar von anderen, eher mittelmäßigen, Science-Fiction-Büchern, die dann doch nur einen Abklatsch des bereits Bekannten anbieten können.

Weniger gelungen sind Ballards Charakterbeschreibungen oder die Schilderung von Liebesaffären. Hier dümpelt er stellenweise im Banalen, weckt Erinnerungen an öde James Bond Filme. Man merkt, dass er andere Interessen hatte, eine Vision verfolgte, und das gelingt ihm in diesem Roman bis auf wenige Ausnahmen von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein empfehlenswerter Roman für alle Freundinnen der Science Fiction Literatur und eventuell auch der inzwischen veralteten und die Auswirkungen des Klimawandels, wie wir heute wissen, viel zu harmlos darstellenden „Climate Fiction“, die sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts den Auswirkungen der sich damals immer schneller anbahnenden ökologischen Katastrophe widmete. Leider reichte die Vorstellungskraft der Autor/-innen des frühen 21. Jahrhunderts nicht mehr aus, um das Grauen, das acht Jahre später folgen sollte, für ihre Zeitgenossen überzeugend zu beschreiben, was letztendlich dazu hätte beigetragen können, das Schlimmste noch abzuwenden.

Aber auch Thomas Manns „Zauberberg“ oder „Der Tod in Venedig“, beide nun fast schon 150 Jahre alt, came to mind, die die gesellschaftliche Lähmung vor der Katastrophe des ersten Weltkrieges wiederspiegeln und zum Thema haben.

5 out of 5 stars for this wonderful, 90+-year-old novel.

1979: DORIS LESSING – Canopus im Argos: Archive; Betr.: Kolonisierter Planet 5; SHIKASTA; Persönliche, psychologische und historische Dokumente zum Besuch von JOHOR (George Sherban); Abgesandter (Grad 9); 87. der Periode der Letzten Tage

Auszüge aus: BEMERKUNGEN der Bloggerin Almathun über den Roman SHIKASTA von Doris Lessing (1979). LEITFADEN FÜR LESENDE DES ROMANS IN VERGANGENHEIT, GEGENWART UND ZUKUNFT

Mir liegt die deutsche Erstauflage des Fischer Verlags von 1983 vor. WIN_20151107_210239

Doris Lessings erster Science Fiction Roman von 1979 ist nichts Geringeres als eine Weltchronik der Menschheit aus der Perspektive einer wohlwollenden und vernünftigen Intelligenz, die ihr Machtzentrum auf dem Planeten Canopus im Argos hat. Lessing war so begeistert von diesem Konzept, dass innerhalb weniger Jahre vier weitere Bände dieser Serie erschienen. Auf die so entstandene Canopus-Pentalogie war sie immer besonders stolz und bezeichnete sie als ihre wichtigste Errungenschaft.

1977 war das Sternenepos Star Wars in den amerikanischen Kinos angelaufen. Die Zeichen standen auf großangelegte, mehrteilige Epen, die in die unendlichen Weiten des Universums verlegt wurden und dabei in alttestamentarischer Manier den Kampf von Gut gegen Böse neu aufzuwärmen verstanden. Mit Prinzessin Leia ist hier erstmals eine starke, mit Laserpistolen herumfuchtelnde, freche Frau im Weltall unterwegs. Über die Frisur werde ich mich jetzt nicht auslassen.

Jean-Francois Lyotard

1979, fast zeitgleich mit Shikasta, veröffentlicht Jean-Francois Lyotard seine wegweisende Studie „Das postmoderne Wissen“, in welcher er „Das Ende der großen Erzählungen“ postuliert. Meta-Erzählungen oder Mythen, die bestehende Machtstrukturen legitimierten, indem sie die Erfahrung der Machtlosen ausklammerten oder verzerrten, hätten an Bedeutung verloren.

[Es gibt sie in allen Religionen (Patriarchat), dem Marxismus, der konventionellen Geschichtsschreibung oder in Propagandafilmen à la Hollywood. In der Populärkultur feiert die Meta-Erzählung weiterhin fröhliche Urstände. Bloggerin Almathun]

WEITERE ERLÄUTERUNGEN aus dem Lesetagebuch von Almathun: Ausgewählte Materialien

Shikasta nun, um Himmels willen, ist all dies zusammen. Auf den ersten 200 Seiten wird reichlich zäh und ermüdend die Vorgeschichte der Menschheit auf dem Planeten Rohanda (= die Blühende), später, nach einer kosmischen Katastrophe Shikasta (= die Verletzte) genannt, nachgezeichnet. Frei nach Erich von Däniken sind die Menschen ein Experiment der Canopäer zum Zwecke der Kolonisierung des Planeten.

Dieser erste Teil ist langatmig wie Geschichten aus der Bibel oder andere religiöse Mythen. Berichte des canopäischen Emissärs Johor vermischen sich dabei mit Auszügen aus einem fiktiven Geschichtsbuch zur Entwicklung Shikastas, Band 3012, für Erstsemester des Faches „Canopäische Kolonialherrschaft“ geschrieben, und weiteren Materialien. Schon hier wird der fragmentarische Erzählstil des Romans eingeführt, der zum Ende hin die konventionelle Erzählstruktur komplett aufbricht.

Diesen ersten Teil des Buches habe ich nur mit äußerster Mühe und Not durchgestanden, so öde war das alles. Die Erzählerfigur Johor, ein (unbeabsichtigt?) moralisierender Spießer mit paternalistischen Zügen, trägt ihr Übriges dazu bei.

In diesem korrupten und schrecklichen Zeitalter konnte der junge Mann dem Druck von allen Seiten, der ihn vom Pfad der Pflicht abzubringen versuchte, nicht entgehen, und er erlag ihm schließlich, kaum fünfundzwanzig Jahre alt. Er war sich bewusst, dass er etwas Schlimmes tat. Junge Menschen haben oft Augenblicke gedanklicher Klarheit, die mit zunehmendem Alter seltener und verschwommener werden.

Die allwissende Erzählperspektive, auch wenn sie als Ich-Erzählung aufgezogen ist, fordert ihren Tribut. Zuviel telling, zu wenig showing. Das ist auch der Grund, weshalb die alten Klassiker so schwer zu lesen sind. Unsere postmodernen Gehirnstrukturen halten diesen Meta-Einheitsbrei einfach nicht mehr aus.

ALMATHUN fährt fort

Aber, dem Himmel sei Dank, habe ich den Roman doch weitergelesen. Je mehr sich die Geschichte dem 20. Jahrhundert nähert, desto zusammenhangloser wird die Struktur (Briefe und Tagebucheinträge unterschiedlicher Shikastianer wechseln sich fröhlich ab) und desto realistischer und sozialkritischer wird die Darstellung des Geschehens.

Es scheint, als wolle Lessing in ihrem Roman u.a. die Entwicklung der Historiographie auf formaler Ebene nachzeichnen [Fußnote 1], da die neuere Geschichtsschreibung auch auf eine vielseitigere Quellenlage rekurrieren und somit eben bislang ungehörte Stimmen aufgreifen kann, die in den großen Erzählungen der Vergangenheit keinen Platz fanden. Im Roman wird die subjektive Konstruktion von Geschichte aus einzelnen Puzzleteilen deutlich vor Augen geführt.

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Die letzte Seite des Berichts zur 87. Periode der Letzten Tage. (Eintritt in die Menopause?)

Damit zeichnet sie in der narrativen Struktur des Romans die Ontogenese der Historiographie nach, so wie Joyce es im Ulysses auf der sprachlichen Ebene für die Entwicklungsgeschichte der englischen Sprache getan hat. Lessing konnte die Digitalisierung des Wissens nicht voraussehen, deshalb bleibt der Roman auch in seiner Schilderung des Dritten Weltkrieges und der anschließenden Verurteilung der weißen Rasse bei Tagebucheinträgen und Briefwechseln als fiktives Quellenmaterial stehen. Hier hätte ich mir dann doch etwas mehr Experimentierfreude gewünscht, wie z.B. ein paar VHS-Kassetten in dem Literaturverzeichnis für Studierende ganz am Ende des Romans.

ALMATHUN berichtet weiter

Innerhalb dieser großen Meta-Erzählung zur Geschichte der Menschheit auf Shikasta verfolgt Lessing ein weiteres Großprojekt. Waren die alten Mythen vor allem Ausdruck patriarchalischen Herrschaftsverständnisses und Interpretation der Welt in diesem Sinne, in der die weibliche Erfahrung und die anderer unterdrückter Gruppen ausgeklammert wurde, gewinnen sie in Shikasta endlich an Geltung, eingebettet in eine ebensolche große, mächtige und sinnstiftende Erzählung.

In den Tagebucheinträgen von Rachel Sherban schreibt sich eine ganz persönlich gehaltene, weibliche Stimme in den Roman ein, in der Schilderung des Prozesses gegen die weiße Rasse am Ende des Romans, kommen die unterdrückten Völker der Erde in ihrer Anklage zu Wort. Interessanterweise wird hierfür eine neue Figur eingeführt, ein Chinese, Genosse Chen Liu, Spion der stärksten Nation am Ende des 20. Jahrhunderts. Seine systemkonformen Berichte an den Rat in Peking werden parallel durch seine Privatkorrespondenz mit einem Freund, in der er sich vor allem systemkritisch äußert, wieder relativiert.

In Shikasta finden sich nicht nur Anleihen aus den ersten Schriften über die menschliche Frühgeschichte wieder, sondern auch Elemente aus der in den 70er Jahren aktuellen Populärkultur. Die 3er-Konstellation von Prinzessin Leia, Luke Skywalker und Han Solo in Star Wars zeigt auffällige Parallelen zum Gespann des Geschwistertrios Rachel, Benjamin und George Sherban. In einer Szene tritt sogar ein haariges Chewbacca-artiges Fellwesen auf, das nur jaulend kommuniziert und Johor tatkräftig zur Seite steht.

Wie um zu beweisen, dass sie ganz bestimmt keine Feministin ist, denn das hat die Lessing immer strikt von sich gewiesen, lässt sie die weibliche Erzählstimme Rachel Sherban kurz vor dem Ende Selbstmord begehen. Sie hatte sich den Anweisungen ihres Bruders George widersetzt. Das letzte Wort haben wieder die männlichen Shikaster, die jungen Müttern zu ihren neu geborenen Söhnen gratulieren. Die Mütter wünschen sich keine Töchter, freuen sich ganz offensichtlich mehr über Jungen. Dies hinterlässt in der allgemeinen Freude über die letztendlich geglückte Utopie friedlichen Beisammenseins am Ende des Romans einen widerlichen Nachgeschmack und wirft berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit des gesamten Kolonialberichtes sowie der Fortschrittlichkeit der Kolonialmacht Canopus auf.

WIN_20151108_085745Der Roman hat mich phasenweise wirklich begeistert, vor allem zum Ende hin wurde er richtig poetisch und auch ergreifend. Davon hätte ich mir mehr gewünscht. Hauptdarsteller ist jedoch die auffällige Struktur des Buches, die noch während der Lektüre den Denkprozess in Wallung bringt und über die etwas ambivalente, fragwürdige Ideologie der Geschichte hinwegtröstet, denn gerettet werden die Menschen vor den bösen Energien des Planeten Shammat ausschließlich von männlichen Figuren. Kein Abgesandter kommt auf die Idee, sich als Frau zu reinkarnieren. Der Roman zelebriert eine erzkonservative Gesinnung im postmodernen Gewand, gespickt mit sozialkritischem Realismus und Anleihen an den Marxismus. Weniger ist manchmal mehr, Frau Lessing.

Hoch anrechnen muss man der Autorin, dass es ihr gelingt die humanen Grundwerte unserer Zivilisation gegen die Tendenzen der postmodernen Auflösung zu verteidigen. In welchem Verhältnis muss das Individuum zur Gemeinschaft stehen, um ein friedfertiges und effektives Zusammenleben zu gewährleisten? Ihre Dystopie verwandelt sich am Ende in eine Utopie, weil die Menschen ein Ideal vermittelt bekommen, einen Soll-Zustand, an dem sie sich orientieren können. Sie zeigt, dass ein wünschenswertes Bild einer Zukunft konstruiert und über kulturelle Rituale die Erinnerung daran gepflegt werden muss. Bildung und Erziehung, zum Erwerb und der Pflege der Kulturtechniken, auch Empathie gehört dazu, sind der Motor des sozialen Wandels.

Somit enthält der Roman auch eine immer noch aktuelle Kritik am Ist-Zustand der Hier & Jetzt-Ideologie des Kapitalismus, die die Notwendigkeit des totalen Konsums zur beglückenden, ego-geleiteten Bedürfnisbefriedigung als quasi-religiösen Utopieersatz einfordert.

Ob ich jedoch die anderen vier Teile der Canopus-Pentalogie lesen werde, steht noch in den Sternen.

Fußnote 1: Mir ist nicht bekannt, ob diese Idee bereits an anderer Stelle entwickelt wurde, würde mich über Literaturhinweise diesbzgl. freuen, falls dies so sein sollte.

Bilder:

  1. Lyotard: Bracha L. Ettinger [CC BY-SA 2.5 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)%5D, via Wikimedia Commons
  2. Foto vom Buchumschlag und der letzten Seite sowie der Pilzwiese: Almathun