Das allseits gepriesene Bienenbuch…

… von Maja Lunde war ein Geschenk und leider eine Enttäuschung. Die einzige Frage, die ich habe, ist die, warum es allenthalben so gelobt wird.

Was mich besonders gestört hat:

  • Die drei Erzählstimmen sind im Grunde nur eine. Und die ist sprachlich äußerst ausdruckslos und unoriginell. Das Problem erahnend, hat der Verlag auf jede einzelne Seite des Buches den Namen des jeweiligen Erzählers gedruckt. Dann muss man nicht immer an den Anfang eines jeden Kapitels zurückblättern, um zu sehen, ob man sich gerade in China, England oder den USA befindet, wenn wieder seitenlang, für die Geschichte völlig irrelevante Banalitäten des Ehe- und Familienalltags vor einem ausgebreitet werden.
  • Das Buch handelt gar nicht von Bienen, sondern von Freud und Leid des Kinderhabens. Das, was einem über Bienen erzählt wird, kann man überall im Internet nachlesen und braucht dafür dieses Buch nicht. Eigentliches Thema des Buches ist die Angst vor der plötzlichen Leere im häuslichen „Bienenkasten“ nach dem Ausflug der „Bienen“, mit dem Ratschlag: Such dir ein Hobby.

Fazit: Unsere armen Bienen haben mehr verdient. Sie brauchen auch mehr, nämlich unsere Fürsorge und ein echtes Interesse. Falls diese Geschichte einige, bislang über das Arten- und insbesondere das Insektensterben in keinster Weise informierte Leute auf die Gefahren eines ökologischen Kollaps aufmerksam machen kann, dann ist ja gut. Ich werde das Buch gleich heute weiterverschenken.

 

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