Das Photo aus Prag

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Photo aus Prag

Wer kennt diese Personen auf dem Photo?

Ich weiß, ich weiß, es ist schwer zu erkennen, aber leider lässt sich mein alter Canon Scanner nicht mit dem neuen Windows 8 Programm betreiben. Deshalb hier nur ein schmuddeliges, schlecht belichtetes Foto mit der Tablet-Kamera. Sorry, folks!

Das Bild habe ich 1994 in einem Antiquariat in Prag gefunden. Oh my gawd, auch schon wieder 20 Jahre her. Richtig aufgeregt war ich da, als junge Studentin, allein unterwegs, bewaffnet mit der schweren, Schwarzweißfilm-geladenen Spiegelreflexkamera eines selbstlosen Kommilitonen aus dem Studentenwohnheim, und auf der Suche nach dem echten Prag. Es ist mir nicht gelungen, das echte Prag einzufangen, muss ich gleich dazu sagen. Die Bilder habe ich aber aufbewahrt.

Unterstützung erhielt ich gleich am zweiten Tag von den beiden Prager Kunststudenten Petr a Pavl, die mir die schönsten Ecken der Stadt zeigten

(das Photo zeigt Petr. Wo das aufgenommen wurde, weiß ich aber nicht mehr.) WIN_20141027_184316

und beim U Fleku alles über Václav Voska erzählten. Wie wir auf den gekommen waren, weiß ich auch nicht mehr, vielleicht hatten sie vermutet, der Mann auf dem Photo könne eben jener Theater- und Filmschauspieler Václav Voska sein.

Anyways, das Ausgangsphoto. Man sieht mittig einen gutaussehenden Mann, im modischen Cordlook der 60er(?) Jahre gekleidet, am Halse eine Krawatte befestigt, die ihm fast den Hals zuschnürt, und der in Richtung einer Zuhörerschaft spricht, will man meinen, wobei ihm eine Frau mit Turtleneck unter Strick assistiert. Hat sie auch eine Rolle in dem Stück? Die Seiten des Textbuches werden von ihr am Zurückblättern abgehalten, gleichzeitig nimmt sie schon einmal ihren Part in Augenschein. Beide, Mann und Frau, sind mehrschichtig nach dem Zwiebelprinzip gekleidet, deshalb vermute ich, dass das Vorsprechen in einem schlecht geheizten Theater zur kalten Winterzeit stattgefunden haben könnte.

Also ein Casting? Eine Probe am Theater?

Im Hintergrund eine bebrillter Mann, angespannt und stirngerunzelt. Ist er ein Zuhörer oder gehört er zu den Mitwirkenden? Sein Blick spricht von Ehrfurcht für den Schauspieler. Oder ist es sein eigenes Lampenfieber?

Soweit meine Vermutungen,

Ich habe mich schon immer gefragt, wer das wohl sein könnte. Drei bekannte, tschechische Schauspieler ihrer Zeit? Vielleicht hat jemand von euch eine Idee?

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5 Kommentare zu „Das Photo aus Prag

  1. Mein erster Gedanke beim Anblick des Fotos war „Synchronsprecher“. Er blickt konzentriert auf die Leinwand, um der Figur seine Stimme zu leihen. Sie schaut auf den Text, um ihren Einsatz nicht zu verpassen. Und der Herr mit Brille im Hintergrund ist ein weiterer Kollege, der in dieser Szene gerade nicht auftaucht und einfach zuhört.
    Keine Ahnung wann das aufgenommen worden sein könnte. Ich hab keinen Schimmer wann welche Mode oder Frisur aktuell war.
    Soweit meine Interpretation. 🙂

    Gefällt mir

  2. „Petr a Pavl“ – das finde ich stark. Als Schriftsteller würde ich aus dem Namenpaar direkt eine Kurzgeschichte stricken.
    Haben kürzlich „Geschichten aus Holleschitz“ von Joseph Lada in der Augsburger Puppenkiste geguckt, aus den Siebzigern. Ach, war das wieder schön! Kennst Du Pan Tau? Ich glaub, das spielte in Prag. Und der Film „Sein oder Nichtsein“ hat auch Prag als Drehort, oder?
    In Prag bin ich nur mit Gustav Meyring, mit Kubin und Jan Neruda im Geiste unterwegs gewesen. Das Prag von damals ist aber meines Wissens ziemlich verschwunden. Ich muss doch mal mein Reclam-Bändchen zu Rate ziehn, was einem heute so erwartet. Eigentlich zählt die Stadt zu meinen Sehnsuchtsorten.
    Vielleicht ist der Photograph von Petr ja Pavl? Gute starke Photos, auch wenn ihr Geheimnis nicht gelüftet werden sollte – aber wer weiß?

    Viel Glück bei der Spurensuche!

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    1. Petr, Pavl …. and Mary! 🙂
      Ja, es stimmt, es lockt mich, das ganze irgendwie in Storyform zu gießen, mit ein bisschen „Nachtzug nach Lissabon“-Flair angehaucht – zwei zwielichte Burschen, Petr a Pavl, die eine neue Kamera brauchen und sie bei Mary sehen, und zu dritt, dann doch mit Mary zusammen, lüften sie ein jahrzehntealtes Geheimnis, das bis in die Zeiten des Nationalsozialismus zurückreicht. So etwas schwebt mir vor…
      Mit Pan Tau bin ich großgeworden, und habe den immer gerne geguckt. Eine leise Fernsehunterhaltung. Auch die tschechischen Fernseh-Märchen fand ich immer toll und als ich mit dem Zug Richtung Prag gerollt bin, 1994, habe ich solche Dörfer und Wälder dort gesehen.
      Dann war ich 2009 noch einmal in Prag, also 15 Jahre später, und der ganze Zauber war verflogen. Gründe dafür gibt es bestimmt viele…u.a. den Eu-Beitritt, vermute ich mal.

      Gefällt 1 Person

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